Corona Virus (Update vom 05.11.2020)

> 5 Nov 2020

Liebe Patienten,

das „neue“ Corona Virus ist in Deutschland überall präsent. Die Zahl der Menschen, die an Covid-19 gestorben sind, erreicht unfassbare Größenordnungen. Wir sollten alle akzeptieren, dass Menschenleben über wirtschaftlichen Belangen stehen und wir deshalb Einschränkungen in unserem täglichen Leben in Kauf nehmen müssen. Für viele von uns ist die Situation nicht greifbar, weil es keinerlei oder kaum Berührungspunkte oder direkte Erfahrungen mit der Krankheit im Familien- oder Bekanntenkreis gab. Dafür war die Anzahl der Krankheitsfälle in unserer Gegend bisher einfach zu gering. Wir hatten alle gehofft, dass das so bleibt. Das Virus hat inzwischen auch unseren Ort erreicht. Die Gefahr einer Ansteckung ist damit unmittelbar vorhanden. Deshalb ist nun erst recht Umsicht geboten.

Nach einem deutlichen Rückgang des Infektionsgeschehens im Sommer blieben die Zahlen einige Zeit relativ konstant. Derzeit steigt die Anzahl der Infektionen rasant. Bestimmte Lebensumstände und/oder Arbeitsbedingungen waren bisher die begünstigenden Faktoren für das Infektionsgeschehen, und wir hatten es in Deutschland vorwiegend mit sogenannten Infektionshotspots zu tun. Mit der allgemeinen Lockerung der Verhaltensmaßregeln nahm die Ansteckungsgefahr insgesamt deutlich zu. Eine gewisse Verantwortung für sich und andere scheint in Teilen der Bevölkerung wenig ausgeprägt zu sein. Die ungebrochenen Reiselust der Menschen in unserem Land, die unerschütterliche Partylaune haben das Virus überall verbreitet. Die kalte Jahreszeit begünstigt nun dessen Ausbreitung. Was im Sommer durch das Kompetenzgerangel der Staatgewalten, die Alleingänge der einzelnen Bundländer und die insgesamt mangelnde Staatsraison eine Zulassung fand, hat jetzt Folgen. Die Freiheit, die sich viele genommen haben, führt nun wieder zur Unfreiheit aller.

Sie können sich über die steigenden Fallzahlen in den einschlägigen Medien umfassend informieren. Lassen Sie sich dabei nicht von irgendwelchen Quoten, Raten und Durchschnittswerten beruhigen oder beunruhigen! Informieren Sie sich am besten über die Neuansteckungen pro Tag und die aktiven Fälle in unserer Gegend!

Das Virus ist potentiell als gefährlich einzustufen, deutlich gefährlicher als Influenza-Viren. Meist verläuft die Krankheit mild. Bei einem gewissen Prozentsatz der Erkrankten, d.h. auch bei jungen Menschen, können Komplikationen auftreten. Es kommt zu einer Lungenentzündung, die insb. bei älteren Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen tödlich enden kann. Zahlen zur Sterblichkeitsrate können Sie diversen Statistiken im Internet entnehmen.

Inzwischen sind Folgeschäden bei einer signifikanten Anzahl genesener Corona-Patienten nachgewiesen, auch bei Patienten mit milden Krankheitsverläufen. Es ist davon auszugehen, dass bereits Genesene sich erneut anstecken können und das mit unterschiedlichen Krankheitsverläufen.

Symptome einer Corona-Infektion können die einer normalen Grippe sein. Fieber kann auftreten, Schüttelfrost, aber auch einfach nur Halskratzten, Husten, Schnupfen oder Durchfall. Bei 70% der Betroffenen ist der Geruchs- und/oder der Geschmackssinn stark beeinträchtig. Insgesamt ist eine Diagnose schwierig. Ein sog. PCR-Test per Abstrich aus Mund und Rachen bringt Klarheit. Inzwischen stehen auch Antigen-Schnelltests zur Verfügung, die die Mindestanforderungen des Paul-Ehrlich-Instituts erfüllen. Diese sind jedoch weniger genau.

Quelle: Süddeutsche Zeitung

Auch eine neuartige Kinderkrankheit wird mit dem Virus assoziiert, die dem Kawasaki-Syndrom ähnelt, d.h. die insb. mit einer Entzündung der Blutgefäße einhergeht. Die Krankheit ist lebensbedrohlich. Der Zusammenhang mit dem Corona-Virus wird derzeit untersucht. Symptome sind wechselndes Fieber, ein fleckiger Hautausschlag, Schwellungen an Händen und Füßen. Augen, Hals und Zunge sind gerötet, die Lippen trocken und aufgesprungen.

Wir möchten Sie und uns schützen. Deshalb bitten wir Sie verantwortungsvoll mit sich, Ihren Mitmenschen und uns umzugehen. Halten Sie sich an folgende Hygieneregeln:

  1. Halten Sie sich an die Husten- und Nies-Etikette (niesen Sie ins Taschentuch, in die Armbeuge)! Vermeiden Sie Kontakt zu anderen, wenn Sie selbst Erkältungssymptome haben!
  2. Waschen Sie sich unbedingt die Hände, bevor Sie sich ins Gesicht fassen oder etwas essen! Vermeiden Sie Hand-Mundkontakt! Achten Sie auf eine gute Händehygiene (richtiges Händewaschen)! Alternativ können Sie sich Ihre Hände auch desinfizieren. Das Robert-Koch-Institut empfiehlt auf keinen Fall beides, egal in welcher Reihenfolge, zu tun, um Hautschädigungen zu vermeiden. Die Händedesinfektion sollte bevorzugt werden, da die Haut dadurch weniger entfettet wird.
  3. Halten Sie Abstand insb. zu Erkrankten (etwa 1,5 bis 2 Meter) und vermeiden Sie insgesamt Körperkontakt (kein Händeschütteln, keine Umarmungen, Küsse o.ä.)! Kommen Sie anderen Gesichtern nicht zu nahe!
  4. Auch wenn das Übertragungsrisiko durch Schmierinfektion als untergeordnet bewertet wird, sollten Sie öffentliche Innenbereiche als kontaminiert betrachten! Das Virus kann in geschlossenen, öffentlichen Räumen auf praktisch jeder Oberfläche vorhanden sein. Selbst das Bargeld im eigenen Portmonee birgt ein Risiko. Seien Sie sich bewusst, dass Sie selbst das Virus auf Oberflächen übertragen haben könnten, die Sie später erneut anfassen.
  5. Die sog. Tröpfcheninfektion soll Hauptübertragungsursache sein. Tragen Sie deshalb eine Mundschutzmaske oder ein Mundschutztuch in der Öffentlichkeit! Sie können sich damit zwar nicht selbst schützen aber andere. Feine Tröpfchen, die beim Atmen bzw. Sprechen entstehen und Träger des Virus sein können, verbleiben mit einer solchen Maske zum größten Teil an ihrer Quelle. Eine Wirksamkeit wird nur erzielt, wenn viele Menschen einen solchen Mundschutz tragen. Eine FFP-Maske mit Ausatemventil nützt nur Ihnen selbst etwas. Über das Ausatemventil werden Ihre eigenen Tröpfchen ungehindert ausgeblasen und können zur Ansteckung anderer Menschen führen.
  6. Studien ergaben, dass insb. Abwässer von infizierten Personen, die durch die allgemeine Körperpflege oder durch den Toilettengang entstehen eine hohe Viruslast tragen. Beim Waschen, Duschen und Baden und auch beim Betätigen der Toilettenspülung entstehen ebenfalls feinste Tröpfchen, die kontaminiert sein können. Seien Sie sich dessen bewusst, wenn Sie z.B. öffentliche oder gemeinschaftliche Sanitär- oder Toilettenräume benutzen.

Verfolgen Sie die Berichterstattung in den Medien zu den bestätigten Erkrankungsfällen und deren Lokation. Bedenken Sie die Inkubationszeit! Diese beträgt 1 bis 14 Tage, im Mittel 3 bis 7 Tage. Sollten Sie oben beschriebene Krankheitssymptome verspüren und sich an Orten mit bestätigten Corona-Fällen aufgehalten bzw. mit erkrankten Personen Kontakt gehabt haben,  dann seien Sie sich darüber bewusst, dass Sie infiziert sein könnten! Verhalten Sie sich entsprechend!

Setzen Sie die Praxis von Ihrem Verdacht zuerst telefonisch in Kenntnis oder melden Sie sich zur Videosprechstunde an! Wie die Videosprechstunde funktioniert, finden Sie auf unserer Internetseite unter der Rubrik „INFOS“ bzw. nutzen Sie bitte folgenden LINK.

Eine geschlossene Praxis wegen Corona-Infektion nützt keinem Patienten etwas.

Informationen der Johns Hopkins Universität finden Sie:

1. ständig aktualisiert für die weltweite Ausbreitung des Virus HIER,

2. mit ca. 1 Tag Nachlauf für die Verbreitung des Virus in Deutschland nach Bundesländern bzw. Landkreisen HIER.

Wesentlich umfangreichere Informationen der Firma Risklayer zur Ausbreitung des Corona-Virus in Deutschland und weltweit finden Sie HIER. Sie können diesen Karten insbesondere Informationen zu den derzeit aktiven Fällen entnehmen, als Maß für die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung in den einzelnen Regionen.


Ihr Praxisteam

Search

+